es gibt reis, baby

Lydia am 1. Juli 2009

Statt Kugeln und Lametta an Tanne dieses Jahr auf der SpeiseReisekarte: Blutegel und Schlangen an Palme. Die Weihnachtsfeiertage im Dschungel, ein bisschen Bangkok, ein bisschen Tempel. Und Mücken. Und Elefanten. Lagerfeuer und Lianen. Kanu- und Nachtzug fahren. Öllampen und Zeltbungalows. Wasserfälle und Höhlen. Exkursionen und die Brücke am Kwai. Affen füttern und Moskitos verhauen (hoffentlich liest die Lu das nicht). Ins neue Jahr starten auf einer kleinen Koralleninsel. Speedboat fahren und Schnorcheln. Fische, Pferde und Spinnen. Und Reis. Und Thais. Vor ein paar Wochen tatsächlich gebucht: zwei Wochen Thailand. ToDo vor Abreise: Workshop “Spinnen? Blutegel? Schlangen? Die wollen doch nur spielen!” absolvieren.

innerer frieden?

Lydia am 17. Juni 2009

Gibt’s tatsächlich. Und die beste Versöhnung von allen ist sowieso die mit sich selbst, glaube weiß ich. Ich muss mich mal kneifen.

(Sie lasen: Wie man sowas wie Glücklichsein umschreibt, ohne es wörtlich zu erwähnen.)

ein mann, ein wort

Lydia am 4. Juni 2009

Männer - sind das nicht diese Wesen, die zwei Wochen lang kaum ein Wort sprechen, weil sie unentwegt damit beschäftigt sind ihre neueste technische Errungenschaft zu testen und zu konfigurieren, und von ihnen auf deine Fragen nur noch unverständliche Laute wie “hmbdl mffp rmpf” oder “dmm gmmpf” oder “hrks dnks” zu vernehmen sind - und wenn du dich dann endlich damit abgefunden hast, dass er und diese seine neue technische Errungenschaft, nämlich sein neues Smartphone (welches ausgerechnet du ihm zum Geburtstag geschenkt hast) zu einer Einheit verschmolzen sind und diese Zweisamkeit mindestens noch zwei weitere Wochen anhalten wird, setzt du dich eines abends, während der Mann im Nebenzimmer mit der weiterführenden Konfiguration seines Smartphone beschäftigt ist, vor den Fernseher, um einen spannenden Film anzuschauen. Gespannt und mit gespitzten Ohren fieberst du mit dem Film mit und hoffst auf einen bestimmten Satz, den die Hauptdarstellerin möglicherweise gleich sagen könnte - und dann, als ebendiese spannende Stelle im Film endlich erreicht ist und die Hauptdarstellerin gerade den Mund öffnet, steht wie aus dem Nichts der Mann mit seinem Smartphone plötzlich neben dir - und beginnt zu sprechen.
Was die Hauptdarstellerin gesagt haben könnte, kannst du nur noch versuchen zu erahnen.

Kein Wunder also, dass manche Männer nicht viel reden: Mit allen Mitteln versucht Frau ihn zum Sprechen zu bewegen, und beginnt er dann endlich zu reden, schlägt sie die Hände über dem Kopf zusammen und zischt hysterisch “pssscht!”

Dann doch lieber Jagen. Und Konfigurieren.

p.s.

Lydia am 4. Juni 2009

Die Karrierebibel über Sprücheklopferaufhänger.

(Wobei… - es gibt Ausnahmen!)

ts.

Lydia am 28. Mai 2009

tsts

… ts.

handkäs mit mus(ik)

Lydia am 22. Mai 2009

Premiere: In unserem Kühlschrank befindet sich erstmalig Harzer Käse. Niemals nicht wollte ich Harzer Käse im eigenen Kühlschrank. Was man manchmal für Besuch tut, ist unglaublich. Noch unglaublicher ist, was manche Menschen zu sich nehmen. Zum Beispiel Harzer Käse und obendrauf Apfelmus. Ich mus weg.

(Und jetzt Musik.)

father and son

Lydia am 16. Mai 2009

Der kleine im Einkaufswagensitz geparkte Junge, der von einer Frau, die vermutlich seine Mutter war, durch die Supermarktgänge geschoben wurde, als er mich plötzlich mit großen Augen, rotbäckigem Gesicht und zwei blinkenden Milchzähnchen anschaute, aufgeregt in seinem Einkaufswagensitz auf- und abhüpfte, seinen Arm hob, entschlossen mit dem Finger auf mich zeigte und dabei strahlend “Papa!! Papaaa!” rief, ohne seinen Blick von meinem Gesicht abzuwenden. Als ich daraufhin neugierig hinter mich schaute, wo ich seinen Vater vermutete, hörte ich, wie seine Mama dem kleinen Jungen erklärte, ich sei nicht sein Papa.
Vielleicht sollte ich die Haare nicht mehr so streng zusammenbinden.
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fetch the sketch

Lydia am 9. Mai 2009

Wenn Frau (die dazu neigt rinks und lechts und manche Schalter gerne mal zu verwechseln) laut darüber grübelt, wie “Wie ging das nochmal mit dem Strom an Bord…” das nochmal ging mit dem Strom an Bord, für den Fall dass sie mal “Für den Fall dass ich mal allein zum Hafen fahre…” allein zum Hafen fährt, verkrümelt sich der Mann an den PC, lädt ein Foto, welches er, wie er später erklärt, bereits vorsorglich geknipst hatte, malt darin herum, betätigt dann den Drucker und überreicht ihr schließlich (nicht ohne ein Augenzwinkern) dieses Bildchen.
Jetzt fehlt nur noch die Wegbeschreibung zum Platz an Bord, an dem diese Schalter zu finden sind, und mein Solo-Aufenthalt auf unserem Boot ist gebongt.

ent-fernung

Lydia am 3. Mai 2009

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greatest hit’s

Lydia am 8. April 2009

Es wird gemunkelt, dass es demnächst Freiheitsentzug nicht unter drei Jahren für die Anwendung der Schreibweisen “Info’s”, “E-Mail’s” und “New’s” geben soll. (Und vier für “Blog’s”.)
(Huc’h.)

for all stehaufmännchen

Lydia am 6. April 2009

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5:24

Lydia am 5. April 2009

High hopes.

tri-tra-trullala, die krise ist für alle da

Lydia am 3. April 2009

Dass ein Unternehmer sein privates Taschengeld mitten in der Wirtschaftskrise in eine neue Yacht investiert hat, rief es letzte Woche aus dem einen oder anderen Pressemegafon, obwohl der Mann seine Belegschaft gerade erst in die Kurzarbeit geschickt bzw. Gehälter gekürzt hat, um keine Arbeitsplätze abbauen zu müssen, und im vergangenen Jahr sogar wegen Steuerhinterziehung verurteilt wurde. Nun könnten wir uns alle einig sein, dass der Herr unter o.g. Umständen einen denkbar schlechten Zeitpunkt für die Anschaffung eines 100-Mio.-Euro- Schiffchens gewählt haben mag, und wir würden bestimmt kein Wort über die Möglichkeit verlieren, dass das Schiff eventuell weit vor Beginn der Wirtschaftskrise bestellt worden sein könnte (worden sein könnte?).
Man könnte die Empörung aber auch auf einen späteren Zeitpunkt verschieben und zuvor erst noch Mäuschen spielen bei manchen von uns, die an bespiegelten Luxustheken vorbildlich Verzicht üben und sich stattdessen den persönlichen Schokoladenanteil möglicherweise lieber auf Kosten der Brötchengeber finanzieren lassen. In Kellern liegen halt nicht immer nur Leichen.

langspielplattenzeitentextfetzen

Lydia am 31. März 2009

Fuhl am Strand

(schön.)

in verschiedenen farben

Lydia am 30. März 2009

“Verkaufe schöne Esel aus Rumänien in vershiedenen Farben! Preis ab 350 Euro auch grosse Stückzahlen”

Manche Anzeigen machen dann doch irgendwie sprachlos.

pretty in pink

Lydia am 26. März 2009

Neulich im Supermarkt in der Warteschlange an der Wursttheke gleich neben mir wartend: eine zufrieden schauende, lächelnde Dame mittleren Alters - sie trägt einen edlen Wintermantel, einen dicken Schal (weil draußen 3 bis 4 °C), eine perfekte Sturmfrisur, schöne Zähne und eine hübsche Tasche. Und gerade als ich denke diese Frau würde perfekt in einen Feinkostladen passen, schweift mein Blick zufällig nach unten und ich entdecke neonleuchtende pinkfarbene Crocs an ihren Füßen.
Zu viel Mut ist nicht immer gut.

guten tag, ich bin kassenpatientin

Lydia am 23. März 2009

Guten Tag, ich bin Kassenpatientin. Meine Krankenkasse erhält von mir jeden Monat einen nicht zu geringen Krankenkassenbeitrag. Man könnte auch sagen, ich zahle ein in einen Käse mit ganz vielen Löchern.
Im Februar vereinbare ich einen Termin beim Hausarzt - ich erhalte einen Termin für März und freue mich, dass es so bald klappt. Der letzte Satz ist nicht nicht ironisch gemeint.
Am Tag des Termins treffe ich pünktlich in der Praxis ein. Zusammen mit den anderen Patienten warte ich auf einem der Stühle im Wartezimmer, quasi Ohr an Ohr, Hüfte an Hüfte, Arm an Arm. Gerade drohe ich an Nachbars Schulter einzunicken, werde ich eine gute Dreiviertelstunde später aufgerufen. Ich ärgere mich einen Termin vereinbart zu haben, denn komme ich unangemeldet zum Hausarzt, beträgt die Wartezeit keine halbe Stunde.
Ich trage dem Doc mein Anliegen vor und statt mich zu untersuchen, redet er von Überweisungsschein und Krankenhaus und Narkose und Gewebeprobe, deutet dann auf die Uhr und weist anschließend darauf hin, dass er leider keine Zeit mehr für mich hat, da im Wartezimmer viele andere Patienten warten. Nach guten fünf Minuten ist mein Termin vorbei. Ratlos verlasse ich die Praxis. Die Parkuhr ist gerade abgelaufen - gutes Timing.
Auf dem Weg nach Hause bemühe ich mich dem Hausarzt, dem die Hände letztendlich genauso unfreiwillig gebunden sind wie mir, nicht die Rolle des Buhmanns zu übertragen und frage mich zum drölfzigsten Mal, warum mir der Gesetzgeber vorschreibt, mein eigenes Geld jeden Monat unfreiwillig in ein Fass mit halbem Boden einzuzahlen und mir vorschreibt, wie viele Euronen ich zu verdienen habe, um die Erlaubnis zu erhalten mein Geld in eine auf meine eigenen Bedürfnisse (statt auf solche wie diese) zugeschnittene private Krankenvollversicherung zu investieren - genauso, wie es mir auch ohne eine Versicherungspflicht- grenze gestattet ist, mein Geld in eine auf meine eigenen Bedürfnisse zugeschnittene Kfz-Versicherung, Pudelmützenersatzversicherung, Rechtsschutzversicherung und Hausratversicherung zu investieren.
Aber letztendlich gibt es auch den einen oder anderen Lichtblick, so zum Beispiel die Tatsache, dass es mir trotz Kassenpatientendasein gestattet ist nicht nur die Stühle in Wartezimmern kostenfrei zu nutzen, sondern mich auch noch umzusetzen so oft wie es mir gefällt. Und damit das auch so bleibt, mögen Krankenkassen-Entscheidungsträger doch bitte ferngehalten werden von Orten wie diesen.

yellow age

Lydia am 16. März 2009

Im letzten halben Jahr einen extrem wichtigen Berg erklommen.
So schmeckt also die Sonne. (Gelb nämlich. Nicht neon.)

(Und diese Überschrift passt ja wohl wie Faust aufs Auge.)

im interview

Lydia am 14. März 2009

Carmen Schön: (…) Ein kleiner Ego-Dämpfer macht den Mitarbeiter aber wieder für längere Zeit gefügig.

(Beruhigend jedoch zu wissen, dass so etwas nicht überall praktiziert wird.)

da brät was

Lydia am 10. März 2009

Wenn man sich jahrzehntelang nicht an die Zubereitung eines Steaks herantraut und stattdessen immer nur in Butter geschwenkte Buchstabensuppenmininüdelchen mit Stäbchen isst, ist die Wahrscheinlichkeit groß für immer auf 26 Buchstaben sitzen zu bleiben und nie Sonderzeichen oder Umlaute kennenlernen zu können.
Es wird also Zeit für ein Steak. (Mediüm.)

tschilpen sie sich kurz

Lydia am 6. März 2009

Ich kann einerseits nicht verstehen, weshalb die Meute sich darum reisst vor Begeisterung umzufallen wegen maximal 140 Zeichen, die sie in ein Feld tippen darf.
Andererseits kein Wunder, finden die Leute Twitter so toll - kaum verbietet man ihnen 3/4 Textmund aus einem Atemzug, schon ist der Reiz, sich mindestens vierfach hintereinander zu äußern gleich doppelt so hoch (man will eben immer das, was man nicht hat).
So bleibt also die Kurzweiligkeit erhalten - bis zum nächsten Spielzeug in zwei Jahren.

Und würde man die obigen drei Sätze twittern wollen ohne dass der Text 140 Zeichen übersteigt, ginge das schon gar nicht und man müsste wie folgt umschreiben: In Weblogs ist mehr Platz, in Twitter ist mehr clever.

wo./.man

Lydia am 4. März 2009

Frau hat Appetit auf ein Butterbrot. Um 14:01 Uhr betritt sie die Küche, nimmt eine Scheibe Brot aus der Brottüte, öffnet um 14:02 Uhr die Kühlschranktür, entnimmt fast blind die Butterdose und die Wurstbox, schließt die Kühlschranktür wieder, bereitet das Butterbrot zu und legt um 14:04 Uhr die Butterdose und die Wurstbox in den Kühlschrank zurück.
./.
Mann hat Appetit auf ein Butterbrot. Um 15:01 Uhr betritt er die Küche, nimmt eine Scheibe Brot aus der Brottüte und öffnet um 15:02 Uhr die Kühlschranktür. Dem gut gefüllten Kühlschrank entnimmt er die Wurstbox, die sich immer an der gleichen Stelle befindet, und hält anschließend Ausschau nach der Butterdose.
Die Frau, die sich zu diesem Zeitpunkt acht oder neun Räume weiter befindet, auf einer Leiter steht und Gardinen aufhängt, sichtet aus dem Augenwinkel den Hinterkopf des vor dem geöffneten Kühlschrank stehenden Mannes sowie die sich in vorderster Reihe und auf direktester Augenhöhe mit dem Mann befindende Butterdose. Aus der Ferne fragt sie sich, wonach er wohl gerade suchen mag.
15:06 Uhr: Der Mann steht immer noch vor dem geöffneten Kühlschrank und sucht nach der Butterdose. Die ersten Wassertropfen rinnen bereits die Kühlschrankwand entlang.
15:08 Uhr: Er gibt auf und schließt die Kühlschranktür. “Wir haben keine Butter mehr!”, ruft er der Frau, die ihn gerade nicht hören kann, enttäuscht zu, während er den Einkaufszettel um “Butter! Wichtig!!” ergänzt.
Und dann, liebe Herren, wundern Sie sich, dass wir Frauen immer alles doppelt kaufen.

(Achtung: meine Schilderung ist natürlich frei erfunden - der Mann a.m.S. findet die Butterdose nämlich auf Anhieb! Aus welchem Grund sich in unserem Kühlschrank hin und wieder zwei geöffnete Pakete Edamer Käse befinden, kann ich mir allerdings nicht erklären.)

here in…

Lydia am 2. März 2009

Youngstown.

airbsenzähler?

Lydia am 28. Februar 2009

Ich bin gespannt, was sich Ryan Air sonst noch einfallen lassen wird. Eine Gebühr für die Benutzung der Treppenstufen, um ins Flugzeug zu gelangen? Oder eine Gebühr für alle Passagiere mit suboptimalem Körpermasseindex - man wird am Eingang durch eine Schablone gepresst und wer nicht hindurchpasst, muss zahlen? Oder es wird während des Fluges ein umgehend zu entrichtender Aufpreis verlangt, falls die Piloten mit unerwarteten Turbulenzen zu kämpfen hatten, und wer nicht zahlt darf weiterfliegen, dann aber draußen? Oder man stattet die vordere Hälfte des Fliegers mit Sitzbänken aus, weil dort mehr Menschen Platz finden, und die hintere Hälfte mit Stehplätzen in für jeweils 15-20 Personen ausgelegten Käfigen, die mit Halteschlaufen (wie man sie aus dem Bus kennt) ausgestattet sind, an denen die Passagiere sich dann festhalten können? Selbstverständlich mit einem Aufpreis für die Benutzung der Halteschlaufen.
Schade, dass mancher Dienstleister hier- oder dortzulande vergisst, dass der Kunde sein Arbeitgeber ist.

Apropos hierzulande:

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r\o-o/ts

Lydia am 27. Februar 2009

Vielleicht sind manche Veränderungen keine “Veränderungen”, sondern nur die Wiederherstellung des Ursprungs, den man vorher bloß noch nie kennengelernt hatte?
Und wenn man überzeugt ist, dass es nur die Wahl zwischen Torero-, Stier- oder Zuschauerdasein geben kann, und entdeckt irgendwann zufällig einen an der Arena vorbeispazierenden Passanten, in welchem man sich dann wiedererkennt, weiß man, dass man mit seiner Überzeugung falsch lag. Und freut sich darüber.