kindwachsen sein

Lydia am 6. Dezember 2009

Immer diese Vorweihnachtszeit… Und immer wieder ist sie schön.

Wenn der Nikolaustag auf einen Sonntag fällt, gestaltet es sich organisatorisch ja doch ein wenig schwierig, sein kleines Nikolausgeschenk am Vorabend geschickt und vom Partner unbemerkt aus dem zuvor gut überlegten zentralen Versteck zu holen und es anschließend auch noch geschickt und vom Partner unbemerkt an einem adäquaten Platz in der Wohnung zu platzieren.

Während ich also am späten Nikolausvorabend durch die Wohnung tigere und darauf warte, dass der Mann a.m.S. sich als erster schlafenlegt und ich somit in Ruhe das kleine Nikolausgeschenk für ihn aus meinem Versteck holen würde, spricht der Mann a.m.S., der sehr wahrscheinlich das gleiche vorhat, er würde auch gleich rüberkommen, er müsse nur noch eben schnell “Ich muss nur noch eben schnell was im Computer nachlesen!” etwas im Computer nachlesen.

Eine weitere halbe Stunde vergeht, ich tigere immer noch durch die Wohnung, während der Mann a.m.S. immer noch “schnell was am nachlesen ist”. Offensichtlich hofft er, ich würde als erste rübergehen, so dass er freie Bahn hat, sein kleines Nikolausgeschenk aus seinem Versteck zu holen. Das blöde an der Sache ist nur, dass er weiß, dass ich weiß, was er vorhat, und dass ich weiß, dass er weiß, was ich vorhabe. Nur dass es keiner aussprechen darf.

“Sooo, dann werd ich wohl jetzt mal schlafen gehen…”, sage ich, scheinbar aufgebend. Da er keine Anstalten macht mitzugehen und im Büro sitzt, nutze ich die Gelegenheit unter dem Vorwand, noch eben was zu trinken “Ich geh nur noch eben was trinken” und krame im Vorbeigehen schnell das kleine Nikolausgeschenk aus meinem Versteck, um es im Wohnzimmer in einer Ecke zu platzieren. Zufrieden lege ich mich schlafen. Der Mann a.m.S. schaut kurz um die Ecke, wahrscheinlich um sich zu vergewissern, dass ich endlich liege. “Bin auch gleich da”, sagt er und legt sich wenige Minuten später auch hin.

“Sag mal… du warst eben nicht zufällig auch noch was trinken?”, frage ich ihn unschuldig grinsend, nachdem ich bemerkt habe, dass wir uns beide nur mit größter Mühe ein Lachen verkneifen können. Als er bejaht, prusten wir beide los.

Immer diese Vorweihnachtszeit… Und immer wieder ist sie schön.

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